West Highland White Terrier

Ein kleiner Hund, den die meisten als Star einer Hundefutterwerbung aus dem Fernsehen kennen und der die Herzen der Zuschauer allein durch sein niedliches Äußeres sofort einnimmt, das ist der West Highland White Terrier, kurz „Westie“ genannt. Zwar ist er klein, jedoch durchaus kein Schoßhund, sondern ein robuster, selbstsicherer Terrier mit vielen guten Eigenschaften.

Bereits seit vielen Jahren steht der West Highland White Terrier in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 24. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 85, Gruppe 3: Terrier, Sektion 2: Niederläufige Terrier, geführt

Westi


Herkunft:

Die Heimat des West Highland White Terriers ist das schottische Hochland. Dort züchteten die Clans bereits seit Jahrhunderten Terrier, die nach den ihnen zugedachten Aufgaben ausgewählt wurden und nicht nach ihrem Aussehen. Die Leute damals brauchten einen robusten, wehrhaften Hund, der es mit einem Otter oder Dachs aufnehmen konnte, der klein genug war, um in einen Fuchsbau zu kommen und ausdauernd und wendig, um dem Fuchs auch durch Gestrüpp folgen zu können und dann auch zu würgen. Abbildungen aus dem 17.Jahrhundert zeigen bereits weiße Terrier, die jedoch mit den heutigen Westies wohl noch nicht viel gemein hatten. Normalerweise wurden weiße Welpen, die in einem Wurf anfielen, früher gleich getötet, da man sie für nicht jagdgeeignet hielt. Erst als einige ambitionierte Züchter den Beweis erbrachten, dass auch weiße bzw. hellsandfarbene Terrier die gleichen guten Jagdeigenschaften haben wie die braunen, wurde auch mit den Weißen gezüchtet. Eine andere Quelle berichtet davon, dass man nach und nach verstärkt auf weiße Terrier bei der Jagd zurückgriff, da sie sehr viel deutlicher von dem gejagten Wild zu unterscheiden waren und man nicht, wie es häufig vorgekommen sein soll, versehentlich den eigenen braunen Hund anstelle des Fuchses erschoss. Aus dem bestehenden schottisches Terriermaterial, zumeist Terrier vom Cairn-Typ, aber auch gelegentlich weißen Scotch Terrier, begannen verschiedene Züchter in Schottland, sich auf die Zucht von weißen Terrier zu konzentrieren, deren Aussehen (Schnauzenlänge, Fellstruktur, Rückenlänge) jedoch immer noch nicht einheitlich war und die auch unterschiedliche Namen hatten, wie Aberdeen Terrier, Kleiner Skye Terrier oder Roseneath Terrier. Durchgesetzt haben sich jedoch letztendlich Terrier, die damals unter der Bezeichnung „Poltalloch Terrier“ bekannt waren und die Ausgangsmaterial für die zukünftigen West Highland White Terriers wurden. Erste Klubs in Schottland wurden gegründet und die ersten Standards aufgestellt, um die unterschiedlichen Vorstellungen der diversen Züchter zu vereinheitlichen. Im Jahre 1907 wurde diese Rasse offiziell vom Kennel Club anerkannt. Der „Westie“ wurde schon bald äußerst populär und die Rasse 1925 auch in Deutschland registriert. Hier war die Akzeptanz anfangs eher zurückhaltend, was sich jedoch Mitte der siebziger Jahre dann entscheidend änderte, und die Zahl der Züchter stieg sprunghaft an. Die Beliebtheit dieses kleinen Hundes nahm nun stetig zu, vor allem als er in Neunziger Jahren dann verstärkt in der Werbung als Konsument eines bestimmten Hundefutters auftrat. Momentan scheint dieser Boom jedoch zu einem Stillstand gekommen zu sein.

Im Jahre 2011 wurden beim VDH 872 West Highland White Terrier-Welpen registriert.

Westi


Aussehen:

Der West Highland White Terrier ist ein kleiner, kräftig gebauter, kompakter Hund mit einer Widerristhöhe von 28 cm und einem Gewicht von 8 – 10 kg. Er hat einen leicht gewölbten Schädel mit einem deutlichen Stop. Seine Augen stehen weit auseinander, sind mittelgroß und dunkel mit buschigen Augenbrauen und schwarz pigmentierten Augenlidern. Die Ohren sind klein, werden aufrecht getragen und laufen spitz zu ohne Befransung an der Spitze. Die Nase ist schwarz und verhältnismäßig groß. Der Westie hat einen kräftigen Kiefer und im Verhältnis zu seiner Größe sehr große Zähne. Sein Körperbau ist quadratisch mit kurzem Rücken und tiefem Brustkorb. Seine Läufe sind muskulös, gerade und kurz mit runden Pfoten und dick gepolsterten möglichst schwarzen Ballen und Krallen. Die Rute ist unkupiert, kräftig, ca. 12,5 – 15 cm lang, hoch angesetzt und wird aufrecht getragen. Der Westie hat ein doppeltes weißes Haarkleid mit ca. 5 cm langem, harten und glatten Deckhaar und weicher, kurzer und dichter Unterwolle.

Wesen:

Der West Highland White Terrier ist ein aktiver, fröhlicher, freundlicher, intelligenter Hund. Er ist lernfreudig, wachsam und mutig, hat jedoch, wie alle Terrier, einen gewissen Eigensinn. Sein Jagdtrieb ist ausgeprägt genau wie sein Schutztrieb, und er ist keineswegs ein Schoßhund, sondern braucht viel Bewegung und Beschäftigung. Als ehemaliger Meutehund ist er gut verträglich mit anderen Hunden, neigt aber, bei unsachgemäßer Erziehung, auch leicht zum Kläffen. Er ist anhänglich, verschmust und verspielt, braucht aber aufgrund seines Wesens eine konsequente Erziehung.

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Verwendung:

Als Jagdhund wird der Westie inzwischen kaum noch eingesetzt, sondern ist in erster Linie ein Familienhund, der bei konsequenter und liebevoller Erziehung ein wundervolles Familienmitglied ist, dem man aufgrund seines charmanten Wesens kaum etwas abschlagen kann (aber sollte!). Er kann durchaus als Wohnungshund gehalten werden, wenn er genügend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Er ist ausdauernd und trotz seiner Größe auch ein idealer Begleiter beim Jogging sowie ein begeisterter Teilnehmer an Hundesportarten, wie Agility oder Flyball.

Pflege:

Der Westie muss regelmäßig gebürstet und getrimmt werden, da sein Haar nicht von allein ausfällt. Alle 10 bis 12 Wochen wird das abgestorbene Haar mit den Fingern oder einem Trimmmesser ausgezupft, damit das schöne Fell sich voll entfalten kann.

Westi


Rassetypische Erkrankungen:

Der West Highland White Terrier ist an und für sich ein sehr robuster Hund, aber auch bei ihm treten, wie bei allen anderen Hunderassen, einige rassetypische Erkrankungen verstärkt auf. Eine beim jungen Hund auftretende Erkrankung   ist die Perthes-Calvé Legg Krankheit  , bei der es zum Lahmen kommt, was aber operativ behoben werden kann. Westies neigen ebenfalls zu Hauptproblemen und Allergien.

Bekannt ist bei dieser Hunderasse auch das Auftreten von Cranio-mandibulärer Osteop., eine Knochenerkrankung im Unterkieferbereich, bei der ebenfalls operiert werden muss. Patella-Luxationen sowie Leberprobleme sind ebenfalls ein Thema bei dieser Terrierart. Seriöse Züchter schließen betroffene Hunde von der Weiterzucht aus.

Die Lebenserwartung dieses charmanten Hundes liegt bei ca. 12 – 15 Jahren.

Es lässt sich kaum bezweifeln,
dass die Liebe zum Menschen beim Hund
zu einem Instinkt geworden ist.
Charles Darwin

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