Der Whippet

WhippetEinen Windhund beim Rennen zu beobachten, ist ein wahres Vergnügen. Wenn ein Whippet mit 55 – 60 km/h an einen vorbei schießt, hat man wahrscheinlich große Schwierigkeiten, dieses „Rennpferd des kleinen Mannes“ auf den Film zu bannen. Wenn er auch auf geraden Strecken zwar von der deutlich größeren Ausgabe, dem Greyhound (80 km/h), überholt wird, so hat er aufgrund seiner Wendigkeit bei einem kurvenreichen Parcours auf jeden Fall die Nase vorn und ist unter Berücksichtigung seiner Größe und seines Gewichts als der schnellste Windhund einzustufen.

Seit einigen Jahren steht der Whippet nun auch in den Top 100 des Verbandes für Deutsches Hundewesen (VDH), wo er momentan den 39. Platz in der Beliebtheitsskala einnimmt. Der Wippet ist eine von der FCI (Fédération Cynologique Internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannte englische Hunderasse und wird dort unter dem Standard Nr. 162, Gruppe 10: Windhunde, Sektion 3: Kurzhaarige Windhunde geführt.

Herkunft:

Windhundartige Hunde, die zur Jagd eingesetzt wurden, gibt es bereits seit vielen Jahrhunderten, und man findet sie auf alten Abbildungen und Gemälden, jedoch haben diese Hunde kaum etwas mit dem heutigen Whippet zu tun. Man unterschied früher nur zwischen größeren und kleinen Windhunden. Der Name „Whippet“ (auch „Whippert“ oder „Whappert“) taucht auch bereits im 16. Jahrhundert auf, war damals jedoch nur die Bezeichnung für kleine, kläffende Wachhunde. Der kurzhaarige Whippet, so wie er heute ist, tauchte in bewiesenen Aufzeichnungen erst Mitte des 19. Jahrhunderts auf und war das Ergebnis von Zuchtbemühungen englischer Bergleute des Nordens, die wendige, schnelle Hunde unterschiedlichsten Aussehens hielten, die für die Rattenbekämpfung, mal auch zur illegalen Jagd, aber auch für Rennen eingesetzt wurden. Um einen sprintstarken, wendigen und kleineren Hund als den Greyhound zu erhalten, der für diese Leute zu teuer war, kreuzten sie Terrierbastarde mit italienischen Windspielen und veranstalteten mit diesen Hunden anstelle der kostspieligen Jagden, die den Reichen vorbehalten waren, dann Kaninchenhetzen (in einer dafür extra abgesperrten Arena), „Rattenwürgen“.und bald auch Hunderennen, was sich zu einem wahren Volkssport entwickelte. Der Whippet war das Rennpferd des kleinen Mannes geworden. Auch bei der Jagd auf Sicht auf Kaninchen waren sie bald beliebter als die Greyhounds, da diese eher verletzungsanfällig waren und in der Anschaffung und dem Unterhalt auch bedeutend teurer. Mit der wachsenden Beliebtheit dieser Hunde und den in dieser Zeit entstehenden Hundeausstellungen bemühten sich einige Züchter um eine Vereinheitlichung dieser Rasse und stellten im Jahre 1891 einen ersten Standard auf mit dem Ziel, einen leistungsfähigen und eleganten Hundetyp zu festigen. Dieser Standard gilt mit wenigen Abweichungen noch bis heute. Viele Whippets wurden direkt nach den Rennen verkauft und gelangten so in alle möglichen Länder, wo sich nach und nach eine begeisterte Anhängerschaft für diese Hunde bildete. Inzwischen werden Windhundrennen in unzähligen Ländern der Welt durchgeführt. Selbst in Deutschland gibt es ca. 20 fest installierte Rennbahnen, jedoch ist das Wetten hier nicht erlaubt. Es gibt auch eine langhaarige Version des Whippets, die jedoch vom FCI bisher nicht anerkannt wurde.

2010 wurden beim VDH 567 Whippet-Welpen registriert.

Whippet


Aussehen:

Der Whippet ist ein mittelgroßer, eleganter, schlanker und kurzhaariger Windhund englischen Ursprungs, der auf Leistung und Geschwindigkeit und für die Jagd auf Sicht gezüchtet wurde. Die Widerristhöhe eines Rüden liegt bei 47 – 51 cm bei einem Gewicht von ca. 13 – 15 kg, die Schulterhöhe der Hündin 44 – 47 cm und einem Gewicht von ca. 12 – 13 kg. Seine Konstitution ist „trocken“, d. h. Whippets haben kein überflüssiges Fett, keine Wamme oder andere Hautfalten. Er hat einen eleganten, lang gestreckten Schädel mit einem langen, flachen Oberkopf und einem leichten Stop. Die Nase ist schwarz, kann bei blauen Hunden jedoch auch bläulich sein, bei leberfarbigen ist auch eine leberfarbige Nase erlaubt. Bei allen andersfarbigen Hunden ist auch jeder ausgedünnte, passende Farbton außer Rosa zugelassen. Die Augen sind oval, der Kiefer ist kräftig mit einem regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, die Ohren klein, feinledrig und rosenförmig. Der Whippet hat einen langen, muskulösen und schön gebogenen Hals, der in einen breiten, muskulösen und langen Rücken übergeht. Seine Brust ist sehr tief, die Vorbrust zwischen den Läufen tief und gut abgezeichnet mit gut gewölbten Rippen und deutlich aufgezogenem Bauch. Die Rute ist lang und verjüngt sich zur Spitze hin. Sie ist nicht befedert und wird oft eingezogen getragen, was jedoch kein Zeichen von Ängstlichkeit ist, sondern für diese Rasse typisch ist. Als Verlängerung der Wirbelsäule wird die Rute bei Windhunden durch die schräge Beckenlage bodenwärts getragen. Die Vorderläufe sind gerade, die Schultern muskulös, die Oberschenkel der Hinterhand breit mit gut gewinkelten Knien. Seine Pfoten sind dick mit starken Ballen. Sein Haar ist fein, kurz und eng anliegend. Es gibt ihn in allen Farben, mit Flecken, Punkten oder Blessen. Seine Bewegungen sind leichtfüßig und elegant, die Hinterläufe greifen gut unter den Körper vor, um einen maximalen Schub zu erreichen.

Wesen:

Whippets werden als sanft, sensibel und sehr menschenbezogen beschrieben. Sie sind fröhlich, gelehrig und extrem anhänglich. Es sind freundliche, anpassungsfähige und reinliche Hunde, die zudem auch sehr kinderlieb sind. Sie brauchen den Kontakt zu ihrer Familie und wollen voll integriert und möglichst immer dabei sind. Fremden begegnen sie freundlich und zurückhaltend. Sie sind, auch schon aufgrund ihres dünnen Fells, nicht für Zwingerhaltung geeignet. Sie verstehen sich gut mit anderen tierischen Artgenossen. Es sind Rennhunde, was aber nicht bedeutet, dass sie den ganzen Tag in Bewegung sein müssen.Sie sind Sprinter und brauchen die Möglichkeit, sich für eine eher kurze Zeit richtig austoben zu können, was besonders gut zu bewerkstelligen ist, wenn sie einen tierischen Spielgefährten haben. Whippets sind sehr intelligent und auf der Rennbahn ehrgeizige Kämpfer, haben jedoch wenig Arbeitseifer oder Bereitschaft sich unterzuordnen. Sie benötigen daher eine konsequente, jedoch auch sensible Erziehung, da sie keine Hunde für Kadavergehorsam sind, sondern bei strenger Erziehung eher verweigern. Gelegentliches Auftreten von Zittern ist bei ihnen keine Ängstlichkeit, sondern ein Ausdruck von starker Erregung. Es sind Individualisten mit einem ausgeprägten Jagdtrieb, der durch entsprechende Aktivitäten, wie Ballspiele oder ähnliche Beschäftigungen kompensiert werden sollte.

Whippet


Verwendung:

Dieser außergewöhnliche Hund ist ein Allrounder. Er ist ein Hund für Rennen, er wird als Therapiehund eingesetzt, er ist ein Hund für viele Hundesportarten und er ist ein wundervoller Familienhund, der bei ausreichendem Auslauf und abwechslungsreicher Beschäftigung ein ziemlich ruhiger und anschmiegsamer Hausgenosse ist. Aufgrund seines kurzen Fells ohne Unterwolle ist er auch noch ausgesprochen pflegeleicht. Er haart nur wenig und hat auch kaum den typischen Hundegeruch. Er kann bei entsprechender Bewegung auch in kleineren Wohnungen gehalten werden. Kälte und Nässe verträgt er jedoch nicht sehr gut und sollte davor entsprechend durch einen Windhundmantel geschützt werden. Er liebt die Wärme und Sofas und Betten sind sein Lieblingsort, am besten noch mit menschlichem Ankuschelpartner. Man kann ihn überall mitnehmen, denn er benimmt sich ausgesprochen gut, sei es im Urlaub, bei Besuchen oder im Restaurant. Als Wachhund eignet er sich jedoch nicht.

Rassespezifische Erkrankungen:

Whippet

Whippets sind eine ziemlich robuste Rasse. Eine Untersuchung des englischen Kennel Clubs ergab als häufigste Todesursache hohes Alter, gefolgt von Herzproblemen und verschiedenen Krebserkrankungen (10%). Rassespezifische Erkrankungen mit familiärer Häufung sind bei diesem Hund äußerst selten. Gelegentlich auftreten können Alopezie   (Hautprobleme aufgrund der Pigmentmangelsyndromkrankheit), Osteochondritis dissecans (eine Erkrankung   des Gelenkknorpels) und Augendefekte.
Die Lebenserwartung des Whippets ist - wie bei vielen kleineren Hunden - recht hoch und liegt zwischen 12 – 15 Jahren. Eine Studie aus dem Jahre 2010 mit einer großen Anzahl von Hunden ergab ein mittleres Todesalter von 12.8 Jahren.

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation
kann man daran messen,
wie sie ihre Tiere behandelt.
Mahatma Gandhi.

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