Yorkshire Terrier

Yorkshire TerrierZwerghunde mit langem, seidigen Fell und einer meist roten Schleife im Schopf gibt es nicht viele. Sollte Ihnen ein solches Exemplar über den Weg laufen, dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit ein Yorkshire Terrier, oder „Yorkie“, dessen langes Haar mittels einer Schleife oder Spange aus dem Gesicht gehalten werden muss, da der kleine Hund sonst sehr leicht Augenprobleme bekommt.
Bereits seit vielen Jahren steht der YorkshireTerrier in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 34. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cyologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 86, Gruppe 3: Terrier, Sektion 4: Zwerg Terrier, Gesellschaftshund, geführt.

Herkunft:

Über Vorfahren dieses Zwerghundes gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen. Fest steht, dass er aus der englischen Grafschaft Yorkshire im Norden Großbritanniens stammt, wo er Mitte des 19. Jahrhunderts zuerst erwähnt wird. Er war der Hund der Weber und Spinner und anderer Arbeiter, die in der Zeit der Industrialisierung ihr Leben dort in ärmlichen Verhältnissen fristeten. Sie brauchten einen kleinen, mutigen Hund, der sich um die reichlich vorhandenen Mäuse und Ratten kümmerte und auch gerne mal ein Kaninchen mit nach Hause brachte. Es waren damals Gebrauchshunde  , die deutlich größer als die heutigen Exemplare waren und noch kupierte Ohren hatten. Mitte des 19. Jahrhundert begann man dort mit der Reinzucht dieses kleinen Hundes und erreichte durch Kreuzung mit verschiedenen damals noch existierenden Terrierrassen, die Arbeiter aus Schottland mitgebracht hatten, wie Skye Terrier, Clydesdale Terrier, Paisley Terrier, Waterside Terrier und – wegen des seidigen Haars – auch Malteser das heutige Aussehen des Yorkshire Terriers. Anfangs wurde dieser kleine Hund noch unter vielen unterschiedlichen Namen geführt und ausgestellt . Im Jahre 1860 wurde die Rasse dann vom Kennel Club anerkannt und offiziell Yorkshire Terrier benannt. In Deutschland findet man die ersten Eintragungen aus dem Jahre 1912. Richtig bekannt wurde dieser Zwerghund jedoch erst in den 70ger Jahren. 1960 wurden noch 250 „Yorkies“ im Zuchtbuch registriert, wogegen es heutzutage schon ca. 36.000 sind.

Im Jahre 2011 wurden 606 Yorkshire Terrier Welpen beim VDH registriert.

Yorkshire Terrier


 

Aussehen:

Der Yorkshire Terrier ist ein sehr kleiner , langhaariger Hund mit kompaktem, gut proportionierten Körperbau. Seine Widerristhöhe soll laut Standard zwischen 22 – 24 cm liegen bei einem Gewicht von 2,4 – 3,1 kg.. Er hat einen kleinen und flachen Schädel mit einem ziemlich kurzen Fang und einem regelmäßigen Scherengebiss. Der Nasenschwamm ist schwarz, die mittelgroßen Augen ebenfalls dunkel und geradeaus blickend, seine kleinen Ohren stehen aufrecht und sind mit kurzem Haar bedeckt und V-förmig. Er trägt seine stark behaarte Rute etwas über Rückenniveau. Bis zum Jahre 1998 wurden die Ruten der „Yorkies“ noch kupiert, was aber nach dem neuen Tierschutzgesetz verboten wurde. Seine Läufe sind gerade mit kleinen, runden, schwarzen Ballen und schwarzen Krallen. Sein seidiges Haar ist mittellang, gerade (nicht wellig) und fühlt sich fein und seidig an. Am Kopf und Fang ist es lang und goldfarben, wobei sich die Farbe nicht mit dem dunklen Haar vermischen darf. Der FCI-Standard bezüglich der zugelassenen Farben lautet wie folgt: „Dunkles Stahlblau (nicht Silberblau) erstreckt sich vom Hinterhauptbein bis zum Rutenansatz, keinesfalls vermischt mit falbfarbenem, bronzefarbenem oder dunklem Haar. Das Haarkleid an der Brust hat ein volles, helles Braun. Alle braunfarbenen Haare sind an der Wurzel dunkler als in der Mitte und werden zur Spitze hin noch heller“

Wesen:

Yorkshire Terrier Der Yorkshire Terrier ist ein lebhafter, intelligenter  und freundlicher Hund, der trotz seiner Größe keineswegs ein Schoßhund ist, auch wenn er oft so gehalten wird. Er ist ein selbstbewusster kleiner Hund, eine Terrierpersönlichkeit, die durchaus eine konsequente Erziehung benötigt. Er ist bewegungsfreudig und verspielt, kann aber aufgrund seines Wesens auch durchaus einen Jagdtrieb haben. Er ist mutig und wachsam, überschätzt sich aber auch gerne mal gegenüber größeren Artgenossen.

Verwendung:

Der „Yorkie“ gilt als familienfreundlich und anpassungsfähig. Er ist ein Hund, der problemlos auch in der Wohnung gehalten werden kann, jedoch sollte man, falls kleine Kinder in der Familie sind, diese an den Umgang mit diesem doch sehr kleinen Hund gewöhnen bzw. sie im Auge haben. Er ist durch eine Größe anfälliger als größere Hunde und dadurch gefährdeter bei unbedachtem oder lebhaftem Verhalten von Menschen oder auch schon durch wildes Spiel mit größeren Artgenossen. Ansonsten ist er viel ausdauernder als oft vermutet und liebt durchaus lange Spaziergänge sowie Hundesportarten, wie Obedience und Agility.

Pflege:

Der Hund sollte täglich gebürstet und gekämmt werden, damit das Haar nicht verfilzt, und nach jedem Spaziergang müssen Fremdkörper entfernt werden. Viele Hundehalter benutzen spezielle Öle, um das Haar geschmeidig und glänzend zu halten. Hunde, die auf Ausstellungen gehen und deren Haarkleid bodenlang sein muss, bedürfen noch bedeutend ausgiebigerer Pflege. Viele Hundehalter bevorzugen es jedoch auch, ihrem Yorkshire Terrier regelmäßig beim Hundefriseur einen alltagstauglicheren Haarschnitt machen zu lassen, was die Pflege wesentlich vereinfacht. Der „Yorkie“ verliert verhältnismäßig wenig Haare während des normalen Haarwechsels und kann daher auch eine Alternative für Hundehaarallergiker sein.

Rassespezifische Erkrankungen:

Yorkshire Terrier Bekannte vererbbare Erkrankungen beim Yorkshire Terrier sind:
Nierendysplasie und Blasensteine sowie einige Augenerkrankungen, wie Katarakte, Keratokonjunktivitis sicca und die Progressive Retina Atrophie  . Ebenfalls häufiger vorkommender Defekte sind die Patella-Luxation und der Trachialkollaps, ein Zusammenbruch der Luftröhrenwände, was bei etlichen Kleinrassen vorkommen kann und durch Ziehen an der Leine begünstigt wird. Es wird deshalb zu einem Geschirr geraten. Auch der Hydrozephalus (Wasserkopf  ) kann bei dieser Rasse verstärkt auftreten. Yorkshire Terrier haben eine empfindliche Haut, was häufig zu Irritationen oder Allergien führt, und auch ein sehr sensibles Verdauungssystem, sodass das Futter oft sehr sorgfältig ausgesucht werden muss.
Die Lebenserwartung dieses Zwerghundes liegt zwischen 10 – 15 Jahren.

Mit einem Menschen an der Leine
macht der Spaziergang noch mehr Spaß.
Lily Brown

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