Vorsorge auch bei unseren Haustieren wichtig

Ob der Hund oder die Katze nun drei Monate, sieben Jahre oder 20 Jahre alt ist, spielt eigentlich keine Rolle, eine regelmäßige tierärztliche Untersuchung hilft, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und den vierbeinigen Hausfreund zu einem gesunden und langen Leben zu verhelfen und spart Kosten.


I.- Gewichts-Check

In Deutschland sind mehr als 50 % der Haustiere übergewichtig. Übergewicht ist nicht etwa ein Schönheitsfehler, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier. Eine ausgewogene, qualitativ hochwertig und mengenmäßig eingeschränkte Diät im Zusammenspiel mit viel Bewegung sind gleichermaßen für den Vierbeiner wie auch seinem Menschen von Bedeutung.

Ermitteln Sie bei Ihrem Tierarzt das Gewicht Ihres Hundes oder Ihrer Katze

Selbstverständlich können Sie selbst auch das Übergewicht bei Ihrem Tier bestimmen, allerdings reicht die bloße Gewichtsangabe nicht aus. Häufig wird die Situation vom Tierhalter nicht neutral eingeschätzt. Wichtige Anhaltspunkte für Übergewicht sind:

  • die Rippen sind schwer zu ertasten
  • die Taille ist vom Brustkorb und Beckenbereich nicht zu unterscheiden
  • das Tier zeigt Schwierigkeiten beim Laufen und ermüdet schnell
  • der Hund oder die Katze ist schwerfällig
  • unter leichter Belastung wird die Kurzatmigkeit deutlich
  • dicke Tiere schlafen mehr und länger
  • sie sind leicht reizbar, und das Verhalten kann schnell in Aggression umschlagen.

Diese Symptome können jedoch zu ernsten Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, Leberverfettung und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems führen. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Kapitel Adipositas - Übergewicht.

Sie wünschen weiterführende Informationen zur Bestimmung des BMI (Body Mass Index) bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze. Auf www.tierklinik.de finden Sie Hilfe zur Diagnose von Übergewicht bei Hund und Katze, oder fragen Sie einfach Ihren Haustierarzt um Rat. Er kann Ihnen einen individuellen Ernährungsplan für Ihren Liebling erstellen (siehe angefügtes Beispiel).

Fütterungsempfehlung für die Katze

In den meisten Fällen kann durch Reduzierung der Kalorien im Futter die Diät angepasst werden. Hinweise zur Ernährung bei Übergewicht finden sie bei www.tierklinik.de unter unserer Rubrik Ernährung bei Übergewicht / Adipositas.

2.- Ein Blutprofil sollte in gewissen Abständen durchgeführt werden, damit versteckte Erkrankungen frühzeitig ermittelt werden können

Erythrozyten bei einer anämischen Katzerote Blutzellen unter dem Mikroskop



LeukozytenEosinophiler Granulozyt zwischen normalen Erythrozyten


Das Blutbild gibt dem Tierarzt wichtige Hinweise über den Gesundheitszustand des Tieres. Es werden drei wichtige Gruppen an Zellen im Blut unterschieden, die sich wiederum in andere Untergruppen unterteilen lassen.

Die roten Blutzellen (Erythrozyten) stellen anteilsmäßig die größte Zahl der Zellen im Blutstrom dar. Sie sorgen für den Transport von Sauerstoff zu den Organen und bringen das Kohlendioxid zu den Lungen. Veränderte rote Blutkörperchen können auf eine Störung der Blutbildung im Knochenmark oder auf eine Blutarmut (Anämie) mit einer anderen Ursache hinweisen. Einige Blutparasiten z.B. Babesien befallen die roten Blutkörperchen und zerstören die Zellen. Dies kann durch eine Untersuchung des Blutes unter dem Mikroskop erkannt werden.

Im normalen Blutbild kommen auf 700 rote Blutkörperchen etwa ein weißes Blutkörperchen oder Leukozyt. Die Leukozyten sind die Polizei im Körper und bekämpfen jede Art von Eindringlingen, wie beispielsweise Bakterien, Pilze oder Viren. Die Vermehrung der weißen Blutkörperchen kann auf Entzündungsprozesse im Körper eines Tieres hinweisen. In einigen Fällen ist ihre Zahl stark vermindert, was auf einen erhöhten Verbrauch durch eine Infektion hinweisen kann. Eine Verminderung der Leukozyten kann aber auch ein Hinweis auf eine geschwächte Abwehr oder eine Störung in der Neubildung der weißen Blutkörperchen sein. Leidet das Tier unter einer Viruserkrankungen, können bestimmte Veränderungen in einigen weißen Blutkörperchen dem Tierarzt eine Hinweis geben. Bei allergischen Erkrankungen kann ein vermehrtes Auftreten der eosinophilen Granulozyten aus den Zellen des weißen Blutbildes abgeleitet werden. Die weißen Blutkörperchen werden aber auch durch Blutparasiten,wie beispielsweide den Leishmanien, angegriffen.

Die dritte Gruppe der Zellen, die im Blutbild untersucht werden, sind die Blutplättchen oder Thrombozyten. Diese Blutzellen sind für die Gerinnung des Blutes verantwortlich und bilden bei Verletzung eine Art Pflaster. Verringert sich ihre Zahl im Blutstrom, kann das Blut nicht mehr gerinnen, und es gehen Blutzellen verloren. Einige Lebererkrankungen und manche Tumore können in einigen Fällen zur Verminderung der Blutplättchen führen. Kommt es zur übermäßigen Bildung der Blutplättchen, können diese verklumpen und ein Blutgefäß verschließen, was einen Infarkt des Gewebes zum Beispiel im Herzmuskel oder im Gehirn nach sich ziehen und zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Patienten führen kann.
Des weiteren muss das Plasma des Blutes untersucht werden:

verschiedene Blutplasmen


Allein die Farbe gibt schon Hinweise auf einen Krankheitszustand. Die linke Probe ist normal von einem gesunden Tier, die zweite Probe stammt von einem Patienten mit Gelbsucht, die dritte Probe zeigt eine Rotfärbung durch die übermäßige Zerstörung von roten Blutkörperchen, und die rechte Probe ist sehr fettig milchig-trüb und weist auf eine Störung im Fettstoffwechsel hin.


Jedoch kann der Tierarzt sich nicht mit so oberflächlichen Diagnosen zufriedengeben. Er fordert eine genaue chemische Analyse des Blutes in einem Labor an. Im Labor wird das Blut des Patienten in einer Maschine verschiedenen chemischen Reaktionen unterzogen, deren Intensität gemessen wird und zu einem Messwert führt. So können Leberwerte, Nierenwerte, Zucker, Salze, Eiweißstoffe und Fette in einem allgemeinen Gesundheitsprofiel bestimmt werden.

Die Ergebnisse der Laboranalyse werden mit einer Tabelle der Normalwerte verglichen und können dann dem Fachmann wichtige Hinweise über den Gesundheitszustand des Patienten geben.

Treten Abweichungen von den Normalwerten auf und lässt sich keine Aussage treffen so können weitergehende Untersuchungen angeordnet werden. Wird beispielsweise eine Erhöhung der Nierenwerte festgestellt, kann durch eine Urinuntersuchung eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Der Problematik des Patienten kann sich durch Bestimmung des verursachenden Erregers und Auswahl eines geeigneten Medikaments eine erfolgreiche Therapie anschließen und so vor einem möglichen Nierenversagen schützen.
Denn ist die Diagnose gestellt ,kann dann auch mit der gezielten Behandlung des Tieres frühzeitig begonnen werden und so ein vielleicht schwerwiegender Krankheitsverlauf vom Liebling angewandt werden. Diese Maßnahmen können einen schweren Leidensweg abwenden.

 

3.- Zahngesundheit

Hund mit dicker BackeUnsere Haustiere leiden, wenn sich eine Entzündung im Maul oder Kiefer entwickelt, obwohl sie es uns häufig nicht so deutlich zeigen. Die bakteriellen Ansammlungen in Zahntaschen und an der Wurzelspitze eines erkrankten Zahnes können sich leicht über die Blutbahn ausbreiten und Krankheitsbilder in fern abgelegenen Organen entwickeln. Ein häufiges Krankheitsbild ist die Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) beim Hund und die Nephritis (Nierenentzündung) bei der Katze. Die Kontrolle der Zahngesundheit und der Maulhöhle kann erheblich zum Wohl unserer Patienten beitragen, so dass uns die Tierhalter mit ihren vierbeinigen Gefährten möglichst lange treu bleiben (können).


Die professionelle Zahnreinigung

Phase 1 – Gründliche Untersuchung des Maul- und Rachenraumes:

Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches sowie Aufnahme des Zahnstatus und der Veränderungen im Buccopharyngealraum in die Karteikarte des Patienten

Zahnstein beim HundZahnstein bei der Katze



Phase 2 – Grobes Sprengen des harten Belags:

Entfernung von großen Zahnsteinansammlungen mit einer Zahnzange oder der Zahnsteinentfernungszange

Zahnstein beim HundZahnstein mit Zange-zahn mit Zahnstein


Phase 3 – Zahnsteinentfernung mit dem ZEG:

Grobe Entfernung des verbliebenen Zahnsteins mit dem Ultraschallgerät und einen flachen Zahnmeißel (Zahnsteinentfernungsgerät – ZEG)

Zur Sichtbarmachung des nicht so erfolgreich gereinigten Anteils der Zahnkrone (Rest-Plaques) kann eine Plaquefärbelösung eingesetzt werden. Zahnsteinreste und Plaque werden sodann gründlich mit einem feinen Zahnmeißel entfernt. Besonders sorgfältig sollte der subgingivale Saum und Zahnhals von Zahnstein und Plaque befreit werden.

ZEGZahnstein+PlaqueZEG fein


Phase 4 – Politur:

Nach der gründlichen Zahnreinigung mit dem Ultraschallgerät erfolgt die Politur der Zahnkronen und die Glättung der freiliegenden Zahnhälse. Abschließend wird das Zahnfleisch mit einer Chlorhexidinlösung gespült und der Zahnschmelz mit einem Fluoridierungsschaum gehärtet.

 

Zahnpolitur mit einem Polierbecher;Zahnpolitur mit einem Politurbürstchen;Fluoridierungsschaum